Worpswede: Parteiloser Kandidat bewirbt sich um Bürgermeisteramt

Worpswede: Parteiloser Kandidat bewirbt sich um Bürgermeisteramt

von Markus Lippeck

In Worpswede nimmt der Bürgermeisterwahlkampf langsam Fahrt auf. Nachdem Amtsinhaber Stefan Schwenke nach rund 25 Jahren angekündigt hat, bei der Wahl im September 2026 nicht erneut anzutreten, wird deutlich, dass es in der Gemeinde einen politischen Umbruch geben wird. Mit dem CDU-Kandidaten Felix Westpfahl steht bereits ein Bewerber fest. Gleichzeitig ist bekannt, dass mehrere Parteien derzeit gemeinsam bundesweit nach einer Gegenkandidatin oder einem Gegenkandidaten suchen, um Westpfahl parteiübergreifend herauszufordern. Unabhängig von diesen parteipolitischen Überlegungen hat nun Markus Lippeck seinen Antritt als Bürgermeisterkandidat angekündigt. Der 55-Jährige will als parteiloser Einzelbewerber ins Rennen gehen. "Nach vielen Gesprächen und sorgfältiger Abwägung habe ich mich entschieden, Verantwortung zu übernehmen und zu kandidieren", sagt Lippeck.
Der gebürtige Rheinländer lebt seit elf Jahren in Worpswede. Vielen im Ort ist er durch sein Engagement in der Galerie mit integriertem Artclub im Untergeschoss des Hotels Village in der Bergstraße bekannt. Doch Lippeck versteht sich nicht ausschließlich als Mann der Kunst. "Ich bin mehr als nur der Galerist", betont er. Ursprünglich sei er gelernter Tischlergeselle, später sei er in unterschiedlichen kaufmännischen Bereichen tätig gewesen. Seit seiner Jugend beschäftige er sich intensiv mit Computern, habe als IT-Berater gearbeitet und sieht sich nach eigener Aussage heute vor allem als Unternehmer mit einem ausgeprägten Interesse an wirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen.

In den vergangenen Jahren habe er sich intensiv mit Fragen von Verwaltung, Organisation und Modernisierung auseinandergesetzt. "Durch meine verschiedenen Tätigkeiten hatte ich sehr viel mit Verwaltungen zu tun. Ich weiß, wie man Modernisierungsprozesse anstoßen und begleiten kann", sagt Lippeck.
Die Kunst spiele für ihn dennoch eine zentrale Rolle. "Kunst ist für mich ein inneres Bedürfnis", erklärt er. Das Schicksal habe ihn nach Worpswede geführt – und hier fühle er sich vollkommen zu Hause. Durch seine Arbeit als Galerist habe er viele Gespräche mit sehr unterschiedlichen Menschen aus der Gemeinde führen können und Worpswede aus verschiedenen Perspektiven kennengelernt.
Parteipolitisch sei Lippeck bewusst nicht gebunden. Ein Parteibuch habe er nie besessen. Mit einem Lächeln sagt er in Schwenke-Manier: "Meine Partei ist der Ort Worpswede." Er sehe sich nicht als klassischen Politiker, bringe aber die Motivation mit, die Stimmung in der Gemeinde zu verbessern. Nach seiner Einschätzung blockiere sich Worpswede in manchen Bereichen selbst. "Der Schatz, den man hier hat, muss besser zur Geltung gebracht werden", sagt er. Kunst sei aus seiner Sicht nicht der wichtigste Wirtschaftsfaktor, aber eine entscheidende Rahmenbedingung für die wirtschaftliche Relevanz des Ortes.
Die Entscheidung zur Kandidatur sei nicht plötzlich gefallen, sondern über etwa anderthalb Jahre hinweg gereift. "Ich habe großen Respekt vor dem Amt. Es ist Würde und Bürde zugleich. Aber ich kann mir das absolut vorstellen", sagt Lippeck. Rückhalt bekomme er aus seiner Familie. Die Entscheidung sei gemeinsam getroffen worden und gebe ihm Stabilität.

Unterschriften als Hürde

Derzeit steht für den parteilosen Kandidaten zunächst eine formale Hürde im Vordergrund: Um zur Bürgermeisterwahl zugelassen zu werden, benötigt er 120 Unterstützungsunterschriften von wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern aus Worpswede. Fast die Hälfte habe er bereits gesammelt, berichtet Lippeck. "Das Feedback ist bislang recht positiv."
Wer Lippeck unterstützen möchte, kann dies derzeit jeweils sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr in der Galerie im Hotel Village tun. In den kommenden Wochen will er außerdem persönlich an Haustüren klingeln. "Ich sehe das als Möglichkeit, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Der Austausch ist wichtig, denn nur so erfahre ich, was sich die Leute wünschen", sagt er. Die Unterschriften müssen auf amtlichen Formularen geleistet werden, die persönliche Angaben enthalten und von der Gemeinde geprüft werden.
Seine konkreten inhaltlichen Positionen will Markus Lippeck im Frühjahr vorstellen und anschließend offiziell in den Wahlkampf starten – vorausgesetzt, die fehlenden Unterschriften kommen zusammen.

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